VERTRETERVERSAMMLUNG 2019

Investitionen auf Rekordniveau

Die Vertreterversammlung fand am 6. Juni 2019 im Hotel Atlantic an der Außenalster statt. In dem besonderen Ambiente des Traditionshotels berichteten Vorstand und Aufsichtsrat über das zurückliegende Geschäftsjahr. 

Mit Investitionen von 76,5 Millionen Euro in den Wohnungsbestand war 2018 ein Rekordjahr für die HBH.

Der Vorstandsvorsitzende der HBH, Daniel Kirsch, eröffnete die Versammlung und begrüßte die 45 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter. In seinem Vorstandsbericht ging er zunächst auf die Bauaktivitäten der HBH ein (s. hierzu auch Baustellenbericht ab Seite 18). Erst wenige Wochen zuvor, am 15. April 2019, hatte die HBH ihre Geschäftsstelle im Lämmersieth 1 eröffnet. Daniel Kirsch wertete das Datum als gutes Vorzeichen: „Wir freuen uns sehr über den neuen Standort, an den die HBH genau 70 Jahre nach Eintragung der Satzung in das Genossenschaftsregister umgezogen ist.“ 2018 hat die HBH insgesamt 76,5 Millionen Euro in den Neubau, die Modernisierung und die Pflege ihres Wohnungsbestands investiert. „Das ist ein Rekordvolumen in der Geschichte der HBH“, betonte Daniel Kirsch.

Im Hamburger Vergleich lagen die Nutzungsgebühren der HBH 2018 mehr als 20 Prozent unter den Vergleichsmieten. Während in Hamburg bei der Neuvermietung im Schnitt rund 10 €/m2 verlangt werden, betrug die durchschnittliche monatliche Nutzungsgebühr bei Neuverträgen der HBH 6,83 Euro €/m2. Auch bei den freifinanzierten Neubauwohnungen bewege sich die HBH auf einem sehr günstigen Niveau, so Daniel Kirsch. „Dies ist immer dann möglich, wenn wir auf eigenen Grundstücken bauen und keinen teuren Baugrund erwerben müssen.“

Anschließend übernahm Vorstandsmitglied Andreas Paasch das Wort und berichtete über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HBH. Die Bilanzsumme erhöhte sich 2018 gegenüber 2017 um 48,5 Millionen Euro durch die Ablösung von Erbbaurechten der Freien und Hansestadt Hamburg, durch die Neubau- und Modernisierungsvorhaben und durch Anzahlungen auf den Kaufpreis der Wohnungen am „Tarpenbeker Ufer“. Während sich die Nutzungsgebühren in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 1,25 Prozent pro Jahr erhöht hatten, war der Anstieg der Instandhaltungsaufwendungen im selben Zeitraum fast fünfmal so hoch. Andreas Paasch unterstrich, dass die HBH daher ihre Nutzungsgebühren an der Marktentwicklung ausrichten muss, um Investitionen in den Objektbestand auf hohem Niveau fortsetzen zu können.

Die Wohnnebenkosten waren 2018 weitestgehend konstant. Kritisch betrachtete Andreas Paasch die Entwicklung bei der Grundsteuerreform, die sich erheblich auf die Nebenkosten auswirken könnte. Aktuell schlage die Grundsteuer in der Betriebskostenabrechnung mit monatlich 0,40 €/m2 zu Buche und mache etwa ein Drittel der Betriebskosten aus. „Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz möchte die Objektlage und den Ertragswert in die Berechnung einbeziehen“, erläutere Andreas Paasch, „als Hamburgs Erster Bürgermeister verfocht er noch das einfache, wertunabhängige Flächenmodell, was für die Mieterinnen und Mieter in Hamburg voraussichtlich keine höheren Kosten bedeuten würde.“

Zur geplanten Vergabe städtischer Grundstücke im Erbbaurecht stellte Andreas Paasch den Standpunkt der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften dar: „Die Kosten für Erbbaurechte in dem vom Senat vorgelegten Entwurf tragen nicht zum preiswerten Wohnen in Hamburg bei, sondern treiben im Gegenteil die Grundstücksspekulation noch weiter.“ Er sprach sich für faire Vergabebedingungen an Genossenschaften aus, die aufgrund ihres Unternehmensmodells den bezahlbaren Wohnungsbau fördern.

Daniel Kirsch gab zum Abschluss des Vorstandsberichts einen Ausblick auf das nächste große Bauvorhaben der HBH in Barmbek-Süd. Das Quartier im Bereich Sentastraße, Ortrudstraße und Lohkoppelstraße mit 265 Wohnungen aus den 1950er Jahren soll ab 2020 über einen Zeitraum von zehn Jahren umgebaut werden. Geplant ist ein sensibler Mix aus Modernisierung und Neubau mit öffentlicher Förderung, der den alteingesessenen Mitgliedern den Verbleib im Quartier ermöglicht. Die Bewohner wurden außerdem nach ihren Wünschen befragt, die in die Planung eingeflossen sind. Auf Informationsveranstaltungen wurde das Konzept vorgestellt, das die Mitglieder sehr positiv aufnahmen. „Die HBH will an diesem Standort ein ausgewogenes Verhältnis aus Naturschutz und baulichen Maßnahmen realisieren“, erläuterte Daniel Kirsch. So werde beispielsweise ein Gutachten zur Klassifizierung des Baumbestands erstellt und in der weiteren Planung berücksichtigt, um die Bäume und den grünen Charakter des Quartiers zu erhalten.

Peter Axmann, Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Prüfungsausschusses, und Joachim Habermann, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Bauausschusses, berichteten über die Arbeit des Gremiums. Peter Axmann betonte, dass die HBH nach wie vor ihrem Satzungsauftrag nachkomme und zeitgemäßen Wohnraum zu bezahlbaren Preisen bereitstelle. Gleichzeitig bestehe die Notwendigkeit, Überschüsse zu erwirtschaften. Nur so könne die HBH auch zukünftig umfassende Investitionen wie in den vergangenen Jahren vornehmen und einen großen Anteil an Eigengeld aufbringen.

Peter Axmann schloss den Bericht des Aufsichtsrates mit einem Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HBH für ihren großen Einsatz: „Die HBH ist eine kerngesunde Genossenschaft mit glänzender Zukunftsperspektive!“

Die Vertreterversammlung beschloss anschließend über den Jahresabschluss und die Verwendung des Bilanzgewinns. Wie in den Vorjahren wurde einer Dividende von 4 Prozent auf die Geschäftsguthaben zum 1. Januar 2018 zugestimmt. Die Auszahlung wird entsprechend der Satzung Ende Juli 2019 erfolgen. Vorstand und Aufsichtsrat erteilte die Versammlung jeweils einstimmig Entlastung. Turnusgemäß schieden die Aufsichtsratsmitglieder Peter Axmann und Andreas Hunck aus dem Gremium aus. Beide stellten sich zur Wiederwahl und wurden von der Versammlung jeweils einstimmig gewählt.