VERTRETERVERSAMMLUNG 2018

Kostengünstig bauen – aber wie?

Am 7. Juni 2018 fand die jährliche Vertreterversammlung im Hotel Grand Elysée statt. Der HBH-Vorstand erläuterte, welche Hürden beim kostengünstigen Bauen genommen werden müssen, und forderte vom Senat u.a. mehr Transparenz bei der Konzeptvergabe von städtischen Grundstücken.

Daniel Kirsch, der Vorstandsvorsitzende der HBH, begrüßte die 44 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter. Im Bericht des Vorstandes ging Daniel Kirsch zunächst auf die Wohnungsbaupolitik in der Hansestadt ein. Um das Angebot an bezahlbaren Wohnungen für untere und mittlere Einkommen zu erhöhen, werden vom Senat als Lösungswege ohne öffentliche Förderung das Pilotprojekt „8-Euro-Wohnungsbau“ und das serielle Bauen diskutiert. Der Neubau für eine Miete von 8 € Miete bedeutet erheblich reduzierte Baukosten und damit auch wesentliche Abstriche bei der Architektur, Ausstattung und Infrastruktur. So werde beispielsweise das altersgerechte Wohnen ausgeklammert, sagte Daniel Kirsch. Der serielle Wohnungsbau sei in Hamburg meist nur auf der grünen Wiese ab einer größeren Stückzahl möglich. „Diese Flächen sind rar und oft mit städtebaulichen Auflagen belegt, die einer Serienbauweise im Wege stehen.“

Die Konzeptausschreibungen bei der Vergabe von städtischen Grundstücken gehörten nach Auffassung von Daniel Kirsch ebenfalls auf den Prüfstand. Nach diesem Ausschreibungsverfahren erhält nicht der Höchstbietende den Zuschlag, sondern das beste Konzept. Daniel Kirsch führte am Beispiel einer Grundstücksbewerbung in Barmbek aus, dass das Vergabeverfahren nicht transparent ist. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass man an uns als genossenschaftlichem Wohnungsunternehmen den Anspruch hat, den Höchstpreis zu zahlen und das beste energetische Konzept zu liefern. Gleichzeitig sollen wir frei finanzierte Mieten anbieten, die unterhalb der öffentlich geförderten liegen.“

Auch im Berichtsjahr hat die HBH wieder erheblich in ihren Wohnungsbestand investiert. Die Neubauprojekte an den Standorten Hinrichsenstraße, Carl-Petersen-Straße und Käthnerort konnten 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Auf weiterhin hohem Niveau bewegen sich die Ausgaben für die Großinstandhaltung. Insbesondere bei Wohnungswechseln wird umfangreich investiert. 2017 waren es rund 9,1 Mio. €.

Anschließend berichtete Vorstandsmitglied Andreas Paasch über die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft. Die Bilanzsumme beträgt zum 31.12.2018 rund 282 Mio. € und ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt zum einen, dass erhebliche Investitionen in den Bestand vorgenommen worden sind. Zum anderen ist das Eigenkapital durch die Darlehenstilgung und eine geringe Neuverschuldung um 13 % auf rund 49 % gestiegen. Aufgrund des weiterhin niedrigen Zinsniveaus wird die HBH die Entschuldung weiter vorantreiben.

Zu den Investitionen zählt u.a. auch der Erwerb von Erbbaurechten für vier Grundstücke in Wandsbek-Gartenstadt und Steilshoop, womit die HBH 900 Wohnungen im Bestand dauerhaft sichern konnte.

Sowohl bei der Ertragslage als auch der Entwicklung der Nutzungsgebühren kann die HBH eine stetige und moderate Entwicklung verzeichnen. Die durchschnittliche Nutzungsgebühr stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,5 %. Andreas Paasch führte aus, dass marktgerechte Mieten auch für eine Wohnungsbaugenossenschaft von besonderer Bedeutung sind.

Die Nutzungsgebühr bei der Neuvermietung von frei finanzierten Wohnungen lag 2017 bei durchschnittlich 6,71 €/m2 netto-kalt, inkl. Neubauten und Modernisierungen. Die Nebenkosten sind in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben. Andreas Paasch ging in diesem Zusammenhang auf die Reform der Grundsteuer ein, für die der Gesetzgeber bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung verabschieden muss.

Anschließend informierte Daniel Kirsch die Vertreterversammlung über die aktu­ellen Quartiersentwicklungen Bramfelder Straße/Lämmersieth und Bürgerweide (s. Seiten 18 bis 21) sowie das Neubauprojekt „Tarpenbeker Ufer“ (s. Seiten 8/9). Eine weitere Quartiersentwicklung ist in Barmbek-Süd im Bereich Sentastraße, Ortrudstraße und Lohkoppelstraße geplant. Die betroffenen Mitglieder wurden wieder frühzeitig in die Planungen einbezogen. Erste Informationsveranstaltungen und eine Befragung sind bereits erfolgt. Auch hier können sich die Bewohner sicher sein, die Nutzungsgebühren nach der Modernisierung noch tragen zu können.

Der Wohnungsbestand werde auch weiterhin erhalten und maßvoll erweitert. „Diese erfolgreiche und seit Jahrzehnten verfolgte Unternehmenspolitik wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt“, schloss Daniel Kirsch den Vorstandsbericht.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Axmann eröffnete den Bericht des Aufsichts­rates mit einer Analyse der wirtschaftlichen Kenn­zahlen: „Auch für 2017 kann die HBH wieder beste Zahlen vorweisen.“ Peter Axmann bewertete diese Entwicklung als sehr er­freulich, sie sei jedoch nicht das vorrangige Ziel der Genossenschaft. Vielmehr stünden der Bau und die Bewirtschaftung von Wohnraum im Vordergrund. „Die HBH wird ihrem satzungsgemäßen Auftrag gerecht, was sich auch in der durchschnittlichen Nutzungsgebühr von 6,16 €/m2 wider­spiegelt. Auf dem Hamburger Wohnungsmarkt sind mittlerweile Mieten von über 10 €/m2 üblich.“ Zum Abschluss seines Vortrages wies Peter Axmann auf die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hin.

Im Anschluss an die Berichterstattung von Vorstand und Aufsichtsrat fasste die Vertreterversammlung die nach der Satzung vorgesehenen Beschlüsse:

Der Jahresabschluss 2017 wurde einstimmig festgestellt, ebenso wie die Gewinnverwendung und die Auszahlung einer Bardividende in Höhe von 4 % auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder. Vorstand und Aufsichtsrat wurde jeweils von der Vertreterversammlung Entlastung erteilt.

Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Joachim Habermann und Eckhard Schönknecht wurden wiedergewählt, sodass der Aufsichtsrat seine Arbeit in unveränderter Zusammensetzung fortführt.

Der Aufsichtsrat

Zusammensetzung nach der Vertreterversammlung am 7. Juni 2018

Peter Axmann – Vorsitzender
Bankkaufmann

Joachim Habermann – stellv. Vorsitzender
Architekt

Birgit Walter-Gothknecht – Schriftführerin
Betriebswirtin

Andreas Hunck – stellv. Schriftführer
Garten- u. Landschaftsarchitekt

Ruth Breiholdt
Rechtsanwältin

Eckhard Schönknecht
PR-Berater