Baustellenbericht

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Plan

Der KfW-Förderstopp und die „Bauflation“ waren Anfang des Jahres die großen Schlagzeilen rund um das Thema „Bezahl-bares Wohnen“. Die Rahmenbedingungen für die Sanierung und den Neubau von bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnungen sind zurzeit ungewiss. Trotzdem geht es auf den aktuellen HBH-Baustellen weitestgehend planmäßig voran. Und in Barmbek-Süd steht eine weitere energetische Modernisierung von 113 Wohnungen in den Startlöchern.

QUARTIERSENTWICKLUNG BARMBEK-SÜD

Behörde und Politik als verlässliche Partnerinnen gefordert

Zwei Vollmodernisierungen in der Ortrudstraße 23-31 und 2-10 sind abgeschlossen. Anfang 2022 sollte es mit dem ersten Neubau in der Quartiersentwicklung losgehen. Dazu ist geplant, die Bestandsgebäude Sentastraße 13-23/Lohkoppelstraße 67+69 abzubrechen und an ihrer Stelle 57 öffentlich geförderte Wohnungen und einen Abschnitt der Tiefgarage mit zunächst 21 Stellplätzen zu bauen. Nun hat die HBH das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 25,4 Millionen Euro auf Herbst 2022 verschieben müssen. Zwei Umstände verzögern das Vorhaben. Eine Auflage des Naturschutzreferats zum Schutz einzelner Bäume führt zur Einkürzung der geplanten Tiefgarage um 20 Plätze und die HBH muss nach der Umplanung die geänderten Zeichnungen erneut einreichen. Hinzu kommt der unerwartete Stopp der KfW-Förderprogramme Anfang Januar, der auch Auswirkungen auf die langfristigen Planungen für das Quartier haben könnte (s. Artikel KfW-Förderstopp).

Die Neubauten bei dieser Quartiersentwicklung wurden zunächst als Effizienzhäuser 55 geplant. Durch die Auswahl effizienterer Dämmstoffe konnten sie auf den energetischen Standard eines Effizienzhauses 40 verbessert werden. Aktuell ist jedoch offen, wie die neuen Förderprogramme der Bundesregierung aussehen sollen. Werden dann nur noch Neubauten gefördert, die neu definierten Nachhaltigkeitsstandards entsprechen und Anlagen 
zur Wärmerückgewinnung enthalten müssen, würde dies eine erneute und vollständige Umplanung und Neukalkulation des Bauvorhabens erfordern.

2015 wurden die Mitglieder im HBH-Quartier Sentastraße, Ortrudstraße und Lohkoppelstaße erstmals darüber informiert, dass die 265 Wohnungen aus den 1950er Jahren für die Zukunft fit gemacht werden sollen. Befragungen der Mitglieder nach ihren Wohn- und Ausstattungswünschen, wie familienfreundliche Grundrisse, Aufzüge oder Parkplätze, flossen in das Entwicklungskonzept ein. Bis zum Jahr 2030 sollen 111 Wohnungen modernisiert und 154 Wohnungen durch Neubauten ersetzt werden. 75 Prozent der Neubauwohnungen sind öffentlich gefördert geplant.

Wie auch schon bei anderen erfolgreichen Quartiersentwicklungen geht die HBH abschnittsweise vor, damit die Mitglieder innerhalb des Wohnungsbestands der HBH oder teilweise direkt im Quartier umziehen können. Daher stehen die modernisierten bzw. neu gebauten Wohnungen vorrangig den Mitgliedern aus dem Quartier zur Verfügung, die ihre bisherige Wohnung aufgeben mussten oder noch müssen.

Durch die frühzeitige Einbindung der betroffenen Mitglieder und ihre vorbildliche Unterstützung waren alle bestens auf die Baumaßnahmen vorbereitet. Umso wichtiger ist jetzt, dass sich die Politik schnellstmöglich auf neue Förderbedingungen festlegt, damit der Zeit- und Kostenplan für die Quartiersentwicklung nicht weiter ins Wanken gerät.

Ansprechpartnerin:
Mareike Haberlandt
Tel 29909-122
haberlandt@hanseatische.de

QUARTIERSENTWICKLUNG BORGFELDE

Schritt für Schritt zum Abschluss

Der Rohbau in der Bürgerweide 69 und 73 ist so gut wie fertig. Im Inneren wird bereits die Haustechnik installiert und an der Fassade das Verblendmauerwerk aufgebracht. Mit dem letzten Neubauabschnitt in der Quartiersentwicklung entstehen weitere 21 freifinanzierte und 35 öffentlich geförderte Wohnungen sowie eine Tiefgarage. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 17,1 Millionen Euro.

Die Mitglieder aus den Häusern, die zuvor abgebrochen werden mussten, haben die HBH bei diesem Vorhaben sehr unterstützt. Dadurch konnte der Neubau, der ursprünglich in zwei Abschnitten entstehen sollte, zusammengefasst und die Bauzeit verkürzt werden. Mit einer Fertigstellung wird im zweiten Halbjahr 2023 gerechnet.

Direkt neben dem Neubau wird das Wohnhaus Bürgerweide 77 a-d von Grund auf modernisiert. Auch hier mussten die Bewohner zuvor umziehen, da die umfangreichen Bauarbeiten in bewohntem Zustand nicht möglich gewesen wären. Baustart war im August 2021, die Fertigstellung ist im Sommer 2022 geplant. Der genaue Zeitpunkt lässt sich im Moment nicht absehen, da einige Handwerksbetriebe mit Lieferengpässen zu kämpfen haben, beispielsweise beim Baustahl (siehe Artikel „Bauflation“). Insgesamt investiert die HBH in die Rundumerneuerung der 42 Wohnungen (36 Wohnungen nach Modernisierung) 5,9 Millionen Euro. Anschließend geht es mit der Modernisierung in der Hinrichsen-straße weiter. Wenn dort die 13 Wohnungen zeitgleich mit dem Neubau Bürgerweide 69 und 73 in 2023 fertiggestellt werden, findet auch die Quartiersentwicklung ihren Abschluss – nach insgesamt elf Jahren von der Planung bis zur Realisierung.

Ansprechpartnerin bei der HBH:
Svenja Schumacher
Tel. 29909-119
schumacher@hanseatische.de

MODERNISIERUNG IN OLDENFELDE

Anspruchsvolle Architektur

Ende März konnte der erste Modernisierungsabschnitt in der Wolliner Straße abgeschlossen werden. Zurzeit werden die Außenanlagen wiederhergestellt und bepflanzt. Insgesamt 93 Wohnungen, die in den 1980er Jahren gebaut wurden, werden innerhalb von zwei Jahren energetisch optimiert. Die Baumaßnahmen umfassen die Dämmung der Fassaden- und Dachflächen sowie den Austausch der Fenster. Der zweite Modernisierungsabschnitt ist inzwischen mit der Einrüstung der Gebäude gestartet.

Die Erfahrungen aus dem ersten Abschnitt sind jetzt von Vorteil. Wie sich herausgestellt hat, ist die abwechslungsreiche Architektur mit vielen Versprüngen in der Fassade und den unterschiedlichen Dachkonstruktionen recht anspruchsvoll, um die energetischen Anforderungen umzusetzen. Auch das erprobte Hygienekonzept wird fortgesetzt, denn für den Austausch der Fenster benötigen die Handwerker Zugang zu den Wohnungen. Im Frühjahr 2023 soll die Modernisierung mit einem Investitionsvolumen von 6,8 Millionen Euro abgeschlossen werden.