Lärmbelästigung durch Nachbarn

Richtig reagieren!

Laute Musik, Partylärm, Trampelgeräusche oder tobende Kinder sind häufig Auslöser für einen Streit unter Nachbarn. Soweit muss es jedoch nicht kommen. Wer sich gestört fühlt, sollte zunächst Ruhe bewahren und sich Rat bei der HBH holen.

Störende Geräusche aus der Nachbarwohnung können auf Dauer an den Nerven zehren, vor allem wenn sie einen um den Schlaf bringen. „Auch wenn es schwerfällt, sollte man mit den lauten Nachbarn das Gespräch suchen und sie ruhig und freundlich um mehr Rücksicht bitten“, rät Petra Wendt. Sie ist bei der HBH Ansprechpartnerin für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Lärmbelästigung ist eines der häufigsten Themen, mit denen sich HBH-Mitglieder an sie wenden.

„Oft ist den Verursachern gar nicht bewusst, dass sie in der Nachbarwohnung zu hören sind“, berichtet sie. Gerade Mehrfamilienhäuser, die in den 1950er und 1960er Jahren gebaut wurden, sind auch nach einer Modernisierung meist noch sehr hellhörig. Viele fühlen sich durch laute Gespräche, spielende Kinder, das Verschieben von Möbeln oder laute Schritte aus der darüberliegenden Wohnung gestört. Hier helfe nur gegenseitige Rücksichtnahme, sagt Petra Wendt, denn typische Wohngeräusche des täglichen Lebens müssen hingenommen werden. Auch bei „Trampelgeräuschen“, sofern sie nicht durch das Tragen von Schuhen verursacht werden, handle es sich nicht um Lärm im Sinn des Mietrechts. „Man kann die Nachbarn in die eigene Wohnung bitten, damit sie selbst einen Eindruck von der Lautstärke bekommen und sich ruhiger verhalten.“

Wenn ein Gespräch nicht zum Erfolg führt, können sich HBH-Mitglieder bei Petra Wendt Rat und Unterstützung holen. Die HBH kann jedoch nur aktiv werden, wenn sie von den Betroffenen ebenfalls unterstützt wird. „Es muss ein aussagekräftiges Lärmprotokoll geführt werden.“ Darin müssen, erklärt Petra Wendt, sämtliche Störungen nach Datum, Uhrzeit und Dauer detailliert aufgeführt werden. Kam bereits die Polizei zum Einsatz, sollte das Aktenzeichen dazu notiert werden. „Die Art und Intensität der Störung muss genau beschrieben werden, nur so können Außenstehende die Situation einschätzen.“

Petra Wendt gibt den Verursachern zunächst die Möglichkeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, und bittet sie um Rücksichtnahme auf die Nachbarn. Kommt es weiterhin zu erheblichen Ruhestörungen, drohen den Verursachern die Abmahnung und die Wohnungskündigung. Im Einzelfall geht die HBH dann gerichtlich vor. „Die Richter machen sich anhand der Lärmprotokolle ein Bild der Ruhestörungen, daher ist es wichtig, dass die Betroffenen sie regelmäßig weiterführen“, betont Petra Wendt. Aus zahlreichen Gesprächen weiß sie, dass kaum ein Betroffener den Weg bis vor Gericht gehen möchte: „Die meisten wollen einfach nur ihre Ruhe haben!“

Ansprechpartnerin:
Petra Wendt
Tel. 040 29909-106
wendt@hanseatische.de