DEUTLICHE WORTE AN DIE POLITIK

Pressekonferenz der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften

Mit rund 132.000 Wohnungen stellen die 30 Mitgliedsunternehmen des Arbeitskreises Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften rund 20 Prozent aller Hamburger Mietwohnungen. Auf der Pressekonferenz am 28. Juni 2017 berichtete die Vorsitzende des Arbeitskreises, Monika Böhm über die Aktivitäten der Wohnungsbaugenossenschaften und richtete deutliche Worte an die Politik.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, eröffnete die Pressekonferenz mit einem Grußwort. Sie lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Hansestadt und den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften im „Bündnis für das Wohnen“. Der Bedarf insbesondere an bezahlbaren Wohnungen sei am ehesten durch das kommunale Wohnungsunternehmen SAGA und die Wohnungsbaugenossenschaften zu erfüllen. Ein Zeichen der erfolgreichen Kooperation seien die Rekordzahlen der letzten Jahre bei den Baugenehmigungen und -fertigstellungen. Die ambitionierte Vorgabe des Bündnisses für das Wohnen, ab 2016 jährlich 10.000 Wohnungen zu genehmigen, wurde bereits erreicht und sogar übertroffen.

Zur Pressekonferenz konnte Monika Böhm, die Vorsitzende des Arbeitskreises, zahlreiche Journalisten der regionalen Presse und Medien begrüßen. Sie berichtete zunächst über die Aktivitäten der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften. So ist 2017 ein Investitionsvolumen von 679 Mio. € für Neubau, Modernisierungen und Instandhaltung geplant. 2016 konnten rund 800 Wohnungen fertiggestellt werden. 2017 starten die im Arbeitskreis zusammengeschlossenen Genossenschaften den Bau von 1.920 Wohnungen. Über 60 % der rund 9.000 Wohnungen, die im vergangenen Jahr gekündigt worden waren, konnten an Neumitglieder vergeben werden. Dies zeige, so Monika Böhm, dass die Genossenschaften keine „closed shops“, also geschlossene Gesellschaften seien, wie es vielfach angenommen werde. Monika Böhm thematisierte in ihrem Vortrag das Problem, preiswerten Wohnraum angesichts steigender Baukosten zu realisieren. Dabei seien die Ursachen der Kostensteigerungen vielfältig. Einerseits seien der aktuelle Bauboom und das Marktumfeld verantwortlich, andererseits verteuerten die gesetzlichen Bauauflagen, die umständlichen Genehmigungsverfahren und die Grundstückspreise den Neubau. „Baukosten rauf – Mieten runter: Wir können vieles, aber zaubern können wir nicht“, resümierte Monika Böhm. Sie forderte die Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt auf, bei der Vergabe städtischer Grundstücke vergünstigte Konditionen für Wohnungsunternehmen wie die Genossenschaften einzuräumen, die auch in der Zukunft für preiswerten Wohnraum in Hamburg sorgen werden. Die Bestandsmieten der Genossenschaften mit unter 6,50 € pro Quadratmeter Wohnfläche netto-kalt machten deutlich, dass nicht die schnelle Rendite im Fokus stehe. So bleibe Neubau der beste Mieterschutz.

HBH-Vorstandsmitglied Andreas Paasch erläuterte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt die aktuellen Modernisierungs- und Neubauvorhaben der HBH.