EINLADUNG ZUR JUBILÄUMSFEIER

20 Jahre f & w Betreutes Wohnen im Traberweg

Am Freitag, den 9. Juni 2017 feiert die von fördern & wohnen betriebene Einrichtung für psychisch erkrankte Menschen im Traberweg 32 b ihr 20-jähriges Bestehen. Hierzu ist die interessierte Nachbarschaft ganz herzlich eingeladen. Von 13 bis 18 Uhr öffnet die Begegnungsstätte ihre Türen und bietet einen Einblick in ihre Angebote.

Neben kulinarischen Köstlichkeiten aus eigener Produktion stellt die hauseigene Band „Zero Quäl“ Ausschnitte aus ihrem neuen Programm vor. Die Theatergruppe „Chaos Factory“ wird mit „Hinnak und Kuddel“ norddeutsche Sketche präsentieren. Daneben gibt es vielfältige Möglichkeiten sich kreativ zu betätigen – eine Schneiderin sowie Ergotherapeutinnen stehen hierfür mit helfender Hand zur Verfügung.

Alles begann im Sommer 1997, als auf dem Gelände der alten Hunderennbahn Farmsen von der WGW und der HBH über 200 Wohnungen fertiggestellt wurden. Was diese Baugenossenschaften hier an Wohnraum erstellt hatten, konnte sich sehen lassen – von der Bausubstanz her, wie vom Preis: Sozial Bedürftigen konnte für nur 9,80 DM/m2 eine Wohnung angeboten werden! Dass die Baugenossenschaft HBH dabei ein Wohn- und Begegnungsangebot für psychisch erkrankte Menschen in den Planungen berücksichtigt hatte, entsprach ihrem sozialpolitischen Selbstverständnis als Baugenossenschaft. Mit der Einrichtung eines Betreuten Wohnens wurde ganz bewusst ein Personenkreis in einem Neubaugebiet angesiedelt, der viele Jahre lang in Landeskrankenhäuser und Heime, weitab vom „normalen“ Leben, abgeschoben wurde. Heute haben 20 Menschen eine Heimat in den ambulant betreuten Wohngemeinschaften und in der angeschlossenen Begegnungsstätte im Traberweg gefunden.

Für Menschen mit psychischem Handicap, die im Stadtteil in ihrer eigenen Wohnung leben, steht die Begegnungsstätte ebenfalls offen. Sie stellt eine Möglichkeit dar, Kontakte zu anderen Betroffenen zu knüpfen, am gemeinsamen Mittagstisch teilzunehmen, bei Gruppen- und Freizeitangeboten mitzumachen oder einfach Gemeinschaft zu erleben.

Seit zwei Jahren ist die Begegnungsstätte auch für den sogenannten Sozialraum, also für die Nachbarschaft, geöffnet. So besteht die Möglichkeit für jedermann und jedefrau, am Mittagstisch teilzunehmen, das Angebot „Nähen mit unserer Schneidermeisterin“ zu besuchen oder sich an der Theater- und Bandgruppe zu beteiligen. Darüber hinaus warten dienstags von 17 bis 18 Uhr zwei Tischtennisplatten darauf, bespielt zu werden, und in allernächster Zeit wird es auch die Möglichkeit des Dartspielens geben. Ein sozial-rechtliches Beratungsangebot, immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr, rundet das sozialräumliche Angebot für interessierte Nachbarinnen und Nachbarn ab.

Mit der Öffnung des Betreuten Wohnens geht der Wunsch nach einem Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Menschen einher. Auf diesem Weg können Ängste vor psychisch erkrankten Menschen abgebaut, bestehende (Vor-)Urteile überprüft und Intoleranz abgebaut werden. Denn das sind Faktoren, unter denen die erkrankten Menschen mindestens genauso leiden wie unter ihrer Erkrankung. In diesem Sinne kann die Jubiläumsfeier auch eine Möglichkeit der positiven Begegnung sein!