BRANDKATASTROPHE IN LONDON

Wie sieht es in Deutschland aus?

Vor wenigen Wochen ging in London ein frisch modernisiertes Hochhaus in Flammen auf. Viele Menschen konnten nicht mehr rechtzeitig das Gebäude verlassen und starben. Das Unglück hat in Deutschland die Frage aufgeworfen, wie sicher wärmegedämmte Gebäude sind. Kann ein Feuer wie in London auch bei uns entstehen?

Das Feuer im „Grenfell Tower“ breitete sich sehr schnell aus. Man vermutet, dass die Fassadenverkleidung in Verbindung mit der Wärmedämmung die Brandausdehnung beschleunigte. Das am „Grenfell Tower“ verwendete, kostengünstige Material wird auch in vielen anderen Ländern bei der Sanierung von Hochhäusern eingesetzt. In Deutschland ist es allerdings für Hochhäuser nicht zugelassen.

In Deutschland richten sich die Anforderungen an Dämmstoffe danach, wie schnell sich Personen, eventuell auch mit der Hilfe von Rettungskräften, in Sicherheit bringen können. Dabei werden die Gebäude nach ihrer Höhe klassifiziert: Zwischen 7 und 22 Metern sind bei Außenwandbekleidungen einschließlich der Dämmstoffe und Unterkonstruktionen nur schwer entflammbare Materialien erlaubt, ab 22 Metern müssen ausschließlich nicht brennbare Materialien eingesetzt werden. Mit diesen Schutzzielen soll ein Brandüberschlag hinausgezögert werden, bis die Feuerwehr eintrifft.

Bei den Wärmedämmungen, die die HBH im Zuge von energetischen Modernisierungen an ihren Gebäuden anbringt, werden die baurechtlichen Auflagen im Sinne des Brandschutzes stets übererfüllt. Beispielsweise verlangen Baugenehmigungen sogenannte Brandriegel aus nicht brennbaren Dämmmaterialien, die in jedem zweiten Geschoss eingebaut werden müssen. Die HBH baut bei Fassaden mit Fenstern grundsätzlich in jedem Geschoss Brandriegel ein. Außerdem werden die Baumaßnahmen der HBH während der Umsetzung laufend von den beauftragten Architekten überwacht. Zusätzlich prüfen Sachverständige, ob die Brandschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit den Förderrichtlinien der KfW eingehalten wurden.

Andreas Breitner ist Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW). Auch die HBH ist Mitglied im VNW.

„Deutschland hat ein dichtes Netz an Maßnahmen zum Brandschutz. Das macht ein vergleichbares Unglück wie in London sehr unwahrscheinlich.  Die VNW-Mitgliedsunternehmen nehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutzauflagen sehr ernst und sorgen in all ihren Wohngebäuden, unabhängig von der Gebäudeklasse, für die Sicherheit der Bewohner. Bei Einhaltung dieser Anforderungen im Bauwerk ist nach einhelliger Expertenmeinung eine solche Brandkatastrophe wie in London ausgeschlossen.“